"KREFELD da lebte ich 35 Jahre"

 

 

Wappen Deutschlandkarte
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Krefeld Lage der kreisfreien Stadt Krefeld in Deutschland
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk Düsseldorf
Landschaftsverband Rheinland
Kreis Kreisfreie Stadt
Geographische Koordinaten

51° 19? 49? N, 06° 33? 49? O

Koordinaten: 51° 19? 49? N, 06° 33? 49? O

Höhe 22,8 bis 87 m ü. NN
Durchschn. Höhenlage: 39 m ü. NN
Fläche 137,86 km²
Einwohner 240.627 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte 1748 Einwohner je km²
Postleitzahl 47701–47839 (alt: 4150)
Vorwahl 02151
Kraftfahrzeugkennzeichen: KR
Gemeindeschlüssel 05 1 14 000
UN/LOCODE DE KRE
NUTS-Region: DEA14 (Krefeld)
Stadtgliederung: 9 Stadtbezirke mit 19 Stadtteilen
Anschrift der
Stadtverwaltung:
Von-der-Leyen-Platz 1
47798 Krefeld
Website www.krefeld.de
Politik
Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU )
Bevölkerung
Arbeitslosenquote: 11 % (Stand: Nov 2007)
Ausländeranteil: 13,9 % (Stand: Juni 2007)
Altersstruktur:
0–17 Jahre: 17,2 %
18–64 Jahre: 62,3 %
ab 65 Jahre: 20,5 %
(Stand: 2006)
Lage
Lage in Nordrhein-Westfalen
Krefeld in NRW
Lage der kreisfreien Stadt Krefeld in NRW

Geographie

 

Räumliche Lage

Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, an der „Krefeld-Kempener Platte“ zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa sieben Kilometer vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Fluss heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 Kilometer. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 Meter. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 Kilometer und in West-Ost-Richtung 13,1 Kilometer. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt 39 m ü. NN. Die höchste natürliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist mit 63 m ü. NN der Hülser Berg, die höchste Erhebung überhaupt ist der Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit 87 m ü. NN. Eine weitere Erhebung, die seit 2004 auch von der Allgemeinheit begangen werden kann, ist der Kapuzinerberg (77 m), eine ehemalige Hausmülldeponie.

 

Klima

Klimadiagramm Krefeld 
Klimadiagramm Krefeld

In Krefeld fallen über das Jahr gesehen durchschnittlich 762 mm Niederschlag. Damit liegt Krefeld über dem Deutschlandmittel von 700 mm. Die Temperatur liegt im Durchschnitt bei 10,3 °C. Im Januar beträgt das Mittel 2,5 °C.

 

Geologie

Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinischen Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den Rändern der Eisschildmassen zu Stauchmoränen aufgepresst. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Erdgeschichtlicher Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in größerer Tiefe auch kohleführende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben.

Auf den höhergelegenen Flächen des Krefelder Stadtgebiets findet man überwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte. Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine ca. 1 m dicke Deckschicht aus Löss. Diese ist während der letzten Eiszeit hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und Rübenfelder geschätzt. In den Altarmrinnen des Rheins entstand Niedermoortorf, der auch an den Niepkuhlen abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.

Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Terrassenkante Dießem – Inrath – Hüls sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese Flächen werden wie z. B. der Hülser und Latumer Bruch als Grünland und Wald genutzt. In der überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.

Stadtgebiet

Stadtbezirke in Krefeld

Das Stadtgebiet Krefelds gliedert sich in die 9 Stadtbezirke: Mitte, West, Nord, Hüls, Süd, Fischeln, Oppum-Linn, Ost und Uerdingen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung und einen Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Des Weiteren existieren 19 Stadtteile, diese sind in mehrere statistische Bezirke unterteilt. Siehe hierzu Liste der Stadtteile von Krefeld.

Die 19 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:

  • 010 Stadtmitte
  • 020 Kempener Feld/Baackeshof
  • 030 Inrath/Kliedbruch
  • 040 Cracau
  • 050 Dießem/Lehmheide
  • 060 Benrad-Süd
  • 070 Forstwald
  • 080 Benrad-Nord
  • 090 Hülser Berg
  • 100 Traar
  • 110 Verberg
  • 120 Gartenstadt
  • 130 Bockum
  • 140 Linn
  • 150 Gellep-Stratum
  • 160 Oppum
  • 170 Fischeln
  • 180 Uerdingen
  • 190 Hüls

 

Nachbarstädte

Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die Städte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel  im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im Süden an die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Willich, Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.

 

Demografie

In Krefeld lebten im Juni 2006 237.301 Menschen. Davon waren 114.975 männlich und 122.326 weiblich.

Die Bevölkerungsdichte beträgt 17,4 Einwohnern je ha. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11,8 % (Juni 2007). Der Ausländeranteil beläuft sich auf 13,6 %. Von den ca. 84 000 Sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft. 17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind über 65 Jahre alt.

 

Einwohnerentwicklung

1861 hatte Krefeld mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1957 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Jahre 1994 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 250.000 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 lebten in Krefeld nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 237.104 Menschen (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

18. Jahrhundert

Seidenweber-Denkmal Meister-Ponzelar; Südwall, Ecke Ostwall  51° 19? 42? N, 6° 34? 4? O
 
Seidenweber-Denkmal Meister-Ponzelar; Südwall, Ecke Ostwall
 

1702 starb Wilhelm III. von Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden Brüder Friedrich und Heinrich von der Leyen verließen 1731 den elterlichen Betrieb und gründeten eine eigene Firma. Dieses Textilunternehmen entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einem Unternehmen mit Weltruf und übte zunehmend Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt aus. Friedrich war der Repräsentant der Firma, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen Brüder unterstützten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fürstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrängt. Friedrich Wilhelm I. erkannte bei seinem Besuch in Krefeld 1738:

„Die Mennonisten sind hier keine rechten Mennonisten, sondern Bastarde, sonst aber gute Christen und biedere Leute.“.

Den Von der Leyens machte er dennoch, oder gerade deshalb Zugeständnisse:

„Sie können sich auf mich verlassen, ich werde sie zu jeder Zeit protegieren, daß dero Fabrik und Handlung kein Mensch Tort tun kann.“.

Trotz der pazifistischen Privilegien, die der preußische König weiterhin bestätigte, wurde die Stadt im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Thronfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen: Sie wurde 1754 fertiggestellt.

Die Seidenweberhäuser waren Wohnort und Arbeitsplatz zugleich 51° 19? 43? N, 6° 33? 46? O  
Die Seidenweberhäuser waren Wohnort und Arbeitsplatz zugleich
 

Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am Südwall Ecke Ostwall das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist ein für damals typisches Weberhaus dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafür mit einer Webmaschine eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen Häuser haben die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt überstanden und stehen heute unter Denkmalschutz.

Denkmal der Schlacht an der Hückelsmay 51° 17? 56? N, 6° 31? 49? O
 
Denkmal der Schlacht an der Hückelsmay
 

Durch die „Schlacht bei Krefeld“ ging der Name der friedliebenden Stadt in die Kriegsgeschichte ein: Im Siebenjährigen Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer am südlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt – ein Gedenkstein am einstigen Schlachtfeld, der Hückelsmay, erinnert heute noch an die über 2.800 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte für die Seidenproduktion, so dass aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum Jülich-Berg beziehungsweise das Kurfürstentum Köln abzuwandern. An die 4.000 Bürger arbeiteten bereits für die Von der Leyens, das war etwa die Hälfte aller Einwohner der Stadt. 80 % der produzierten Waren gingen in den Export auch nach Amerika und Russland. Das Portfolio umfasste Seiden- und Samtbänder, Paramenten, Borten, Hals- und Taschentücher und Seidenstrümpfe sowie Tuchware, all dies in exklusiven und erlesenen Qualitäten. Um 1768 liefen allein für die beiden Brüder von der Leyen über 700 Webstühle. Der zweitgrößte Krefelder Seidenfabrikant, die Firma Floh, besaß etwa 100 Seidenwebstühle. Die Webstühle waren stets Eigentum des jeweiligen Fabrikanten und wurden an die angestellten Weber lediglich ausgeliehen. Gewebt wurde meist in Heimarbeit. 1781 vermerkte Friedrich II., König von Preußen:

„Crefeld und die dasigen Manufacturen sehe ich als ein Kleinod an, von welchem die Werber wegbleiben müssen; zeigt Mir daher nur die Regimenter näher an, welche sich dergleichen Exzesse zu Schulden kommen lassen. Ich werde ihnen schon den Weg zur Stadt und ihren Manufacturen zu versperren wissen. Auswärts mögen sie werben, soviel sie wollen, von dergleichen nützlichen Fabriquen sollen sie aber durchaus wegbleiben.“.

Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an keine Rekruten von der Armee angeworben werden durften. Die übliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen Männern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses „Handgeld“ annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. Während anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher Quantität die gewohnt hohen Qualitäten gefertigt werden. Zudem verfügte man in Krefeld durch diese Protektion über die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten.

1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. Für einen Webstuhl musste man schon 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostetet 4 Deut und der Liter Bier 1 Stüber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 Stüber gleich und ein Stüber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25,- Euro.

Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutgläubigen Mennoniten zu ihren Opfern. Räuberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die „Krefelder Bande“ war nur eine von vielen. Der Grefrather Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als „Der Fetzer“, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefürchtetste Mitglied dieser Gruppe.

In dem auf die Französische Revolution folgenden französisch-preußischen Krieg wurde Krefeld wie das übrige linksrheinische Territorium 1794 von den Franzosen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des Département de la Roer bestimmt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und Räuber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.

19. Jahrhundert

Krefeld 1856; Blickrichtung von Süd-Osten. viereckiger Bau mit vier Türmchen ganz links:Hauptbahnhof; Kirchturm mitte-links: Alte Kirche; mittlerer Kirchturm: Dyonisiuskirche; Kirchturm mitte-rechts: Synagoge; großes Kirchenschiff mitte-rechts: Stephankirche Krefeld 1856; Blickrichtung von Süd-Osten. viereckiger Bau mit vier Türmchen ganz links:Hauptbahnhof; Kirchturm mitte-links: Alte Kirche; mittlerer Kirchturm: Dyonisiuskirche; Kirchturm mitte-rechts: Synagoge; großes Kirchenschiff mitte-rechts: Stephankirche

Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoléon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor: „Bonaparte wurde auf dem Felde bei Königshof empfangen. Der Kaiser hatte einen gelblichen Teint, graue Augen, dunkles Haar und seine Züge waren nicht unangenehm. Nachdem der Maire von der Leyen seine Rede abgelesen hatte, nickte er freundlich mit dem Kopf, sah auf seine Uhr und befahl fortzufahren. Er war kaum in der Stadt, so sahen wir ihn mit dem Maire Arm in Arm gehen. Nachdem Bonaparte die Fabriken besehen, ließ er den Gemeinderat zusammenkommen und fragte unter anderem, wie viele Millionäre denn in Crefeld seien.“.

Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 – von nun an war Krefeld wieder preußisch.

Historische Stadtkarte von 1842
 
Historische Stadtkarte von 1842

1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber der Firma von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder.

Um 1840 wurden die mittelalterlichen Befestigungsanlagen eingeebnet, um Platz für einen Ring breiter Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ostwall) zu schaffen. Dies wird fälschlicherweise dem Baumeister und Architekten Adolph von Vagedes zugeschrieben. Der wahre Baumeister bleibt jedoch unbekannt. Vagedes indes machte bereits 1819 Pläne für die Erweiterung der Stadt.

1843 wurde Krefeld nach Plänen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die Märzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spürbar – im Januar 1849 gab es bei Straßenkämpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft).

1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm I.. Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im Zweiten Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen.

1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

20. Jahrhundert

Postkarte von 1908 zeigt die Hochstraße wahrscheinlich Ecke Schwanenmarkt 51° 19? 54? N, 6° 33? 45? O  
Postkarte von 1908 zeigt die Hochstraße wahrscheinlich Ecke Schwanenmarkt

Am 9. Juni 1902 wurde die 3. Sinfonie Gustav Mahlers in Krefeld unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm II. zu – die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater entgegengebracht hatten, war vergessen.

1914 zogen auch Krefelder in den Ersten Weltkrieg – die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld 1919 von belgischen Truppen besetzt. Am 22. Oktober 1923 stürmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus, es gab Tote und Verletzte, aber ansonsten blieb die Aktion ohne politische Folgen.

1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum, und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Landkreis Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet.

Am 9. November 1938 wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört. Im Zweiten Weltkrieg wurden am 21. Juni 1943 bei einem britischen Luftangriff im Rahmen der moral-bombing-Strategie große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Wundersamerweise blieb der große Hauptbahnhof bis auf wenige Beschädigungen unversehrt.

Am 3. März 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Krefeld ein und befreiten die Stadt damit von der nationalsozialistischen Herrschaft. Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlwerke ursprünglich demontiert werden, aber man konnte dies noch abwenden.

In den 1950er Jahren erlebten sie ebenso wie die Textilindustrie einen neuen Aufschwung. 1975 wurde Krefeld durch die Eingemeindung von Hüls erneut vergrößert.

Noch einmal war der Name Krefeld Synonym für eine pazifistische Bewegung: Am 16. Oktober 1980 wurde in der Stadt auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der „Krefelder Appell“ gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Bei einem Staatsbesuch des US-Vizepräsidenten George H. W. Bush anlässlich der Philadelphiade in Krefeld am 25. Juni 1983 demonstrierten über 20.000 Menschen, dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.

Politik

Das Krefelder Rathaus 51° 20? 3? N, 6° 33? 33? O
 
Das Krefelder Rathaus
 

An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunächst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten später Bürgermeister und Ratsmänner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der Bürgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, Bürgermeister und Gemeinsleute bildeten später den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat ständig. Ihm gehörten 4 Bürgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und 3 Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingeführt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische Städteordnung eingeführt. Danach leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.

Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere Bürgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen Bürgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider Städte gab es einen Oberbürgermeister für die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.

Die ehemalige Hauptverwaltung der VerSeidAG ist heute das Stadthaus  51° 20? 23? N, 6° 32? 42? O
 
Die ehemalige Hauptverwaltung der VerSeidAG ist heute das Stadthaus
 

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt. Oberbürgermeister ist Gregor Kathstede (CDU).

 

Oberbürgermeister seit 1848

  • 1848–1872: Ludwig Heinrich Ondereyck
  • 1872–1881: Friedrich Christian Roos
  • 1882–1903: Ernst Küper
  • 1903–1905: Dr. Wilhelm Hammerschmidt
  • 1905–1911: Dr. Adalbert Oehler
  • 1911–1930: Dr. Johannes Johansen
  • 1930–1933: Heinrich Hüpper
  • 1933–1945: Dr. Aloys Heuyng
  • 1945–1946: Dr. Johannes Stepkes
  • 1946–1947: Dr. Wilhelm Warsch
  • 1947–1949: Hermann Passen
  • 1949–1951: Hanns Müller FDP
  • 1951–1956: Johannes Hauser CDU
  • 1956–1961: Josef Hellenbrock SPD
  • 1961–1968: Herbert van Hüllen CDU
  • 1968–1982: Hansheinz Hauser CDU
  • 1982–1989: Dieter Pützhofen CDU
  • 1989–1994: Willi Wahl SPD
  • 1994–2004: Dieter Pützhofen CDU, 2. Amtszeit
  • Seit 2004: Gregor Kathstede CDU

 

Oberstadtdirektoren 1946–1999

  • 1946–1949: Dr. Johannes Stepkes
  • 1949–1964: Dr. Bernhard Heun
  • 1964–1986: Dr. Hermann Steffens
  • 1986–1988: Dr. Alfred Dahlmann
  • 1988–1999: Heinz-Josef Vogt

Stadtwappen

Krefelder Wappen in moderner Form (normales: siehe oben)
 
Krefelder Wappen in moderner Form (normales: siehe oben)
für die Geschichte und weitere Informationen siehe Stadtwappen Krefeld

Das mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den Heiligen Dionysius von Paris mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen Füßen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau über rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene Schlüssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen Balkenkreuzen.

Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und später fränkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen Märtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen Füßen erinnert an die frühere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des Kurfürsten von Köln über die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.

 

Stadtfarben

Die Farben der Stadt Krefeld sind schwarz und gold.

 

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften:
Venlo in den Niederlanden, seit 1964
Leicester in Großbritannien, seit 1969
Dünkirchen in Frankreich, seit 1974
Leiden in den Niederlanden, seit 1974
Charlotte in den USA, seit 1986
Landkreis Oder-Spree in Brandenburg,
seit 1990
Uljanowsk in Russland, seit 1993

Die niederländische Grenzstadt Venlo war die erste offizielle Städtepartnerschaft Krefelds. Die Partnerschaft wurde 1964 offiziell begründet, auch wenn Kontakte zwischen den Krefeldern und den Nachbarn aus Venlo bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt wurden. Die bekannteste Errungenschaft der Partnerschaft ist der alljährliche Besuch des „Sinter Klaas“, der mit seinen Swarten Pieten immer am ersten Advent am Rhein-Steiger in Uerdingen festmacht und von einem begeisterten Publikum empfangen wird.

Am 14. Mai 1969 wurde die englische Stadt Leicester Partnerstadt. Zwischen den beiden Städten gibt es seit Jahren zahlreiche Kontakte. In den Bereichen Kultur, Politik und Sport werden regelmäßig Besuche organisiert. Auszubildende der Krefelder Stadtverwaltung und Lehrlinge des Handwerks nutzen die Chance eines Auslandspraktikums in der Partnerstadt.

Das französische Dünkirchen ist seit dem 15. Juni 1974 Partnerstadt. Die Städtepartnerschaft wird unter anderem von Sportlern, Schulen und Sprachinteressierten gepflegt.

Kurz darauf wurde Leiden am 3. Oktober 1974 Krefelds Partnerstadt. Ebenso wie Krefeld ist das südholländische Leiden eine traditionelle Textilstadt.

Charlotte im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist seit dem 23. Mai 1986 Krefelds Partnerstadt. Einen Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehungen bildet der Jugendaustausch: Über die Concord-Gesellschaft besuchen regelmäßig Krefelder Jugendliche Charlotte sowie junge Charlotteans die Seidenstadt.

Seit dem 22. September 1990 ist der Landkreis Oder-Spree (damals Kreis Beeskow) Partner der Stadt Krefeld. Mit der Einrichtung eines „Krefeld-Büros“ leistete die Stadt Krefeld dem Kreis tatkräftige Unterstützung beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung. Kontakte zum Oder-Spree-Kreis werden heute unter anderem von Schulen, Chören und Parteien gepflegt.

Die bisher letzte Städtepartnerschaft wurde am 19. Mai 1993 mit dem russische Uljanowsk geschlossen. Die partnerschaftlichen Kontakte in die Geburtsstadt Lenins werden unter anderem durch die deutsch-russische Gesellschaft, die Städtischen Werke, das Klinikum Krefeld sowie kirchliche und soziale Verbände gepflegt.

Des Weiteren unterhält die Stadt Krefeld eine freundschaftliche Beziehung zur japanischen Stadt Hamamatsu.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Amts- und Landgericht am Nordwall   51° 20? 6? N, 6° 33? 7? O
 
Amts- und Landgericht am Nordwall
 

Als Oberzentrum ist Krefeld Standort einiger überregionaler Institutionen. So ist Krefeld Sitz der Deutschen Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein – Körperschaft des öffentlichen Rechts, deren Kammerbezirk die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen umfasst. Weitere Hauptgeschäftsstellen befinden sich in Mönchengladbach und Neuss. Seit 2004 befindet sich das Deutsche Modeinstitut in Krefeld. Des Weiteren ist der Geologische Dienst NRW sowie ein Staatliches Veterinäruntersuchungsamt hier ansässig. Ein Amtsgericht, ein Landgericht und ein Arbeitsgericht haben ihren Sitz in Krefeld.

Krefeld verfügt über 37 Grundschulen, acht Hauptschulen, sechs Realschulen, zehn Gymnasien und fünf Gesamtschulen. Des Weiteren existieren vier Berufskollegs sowie neun Förderschulen.

Krefeld ist außerdem der Hauptsitz der Hochschule Niederrhein. Sie wurde 1971 durch Zusammenschluss von 13 Fach- und Ingenieurschulen gegründet. In Krefeld befinden sich die Fachbereiche Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen sowie ein Ausländer-Studienkolleg. Weitere Fachbereiche dieser Fachhochschule sind in Mönchengladbach angesiedelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

 

Mundart

In Krefeld wird Krefelder Mundart gesprochen. Der Krefelder nennt diese Sprache Krieewelsch oder Krieewelsch-Platt, ein niederfränkischer Dialekt.

 

Theater

Stadttheater  51° 20? 7? N, 6° 33? 49? O  
Stadttheater
 

Das Stadttheater Krefeld kooperiert seit 1950 mit den städtischen Bühnen Mönchengladbach und bietet moderne und klassische Aufführungen aus Oper, Operette, Ballett und Schauspiel. Über die Grenzen Krefelds hinaus haben sich die Sinfoniekonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker einen Namen gemacht. Das heutige Theatergebäude von Gerhard Graubner mit seinem markanten Kupferdach wurde 1963 eröffnet und bietet 832 Besuchern platz. Siehe dazu Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach.

Seit 1989 wird die alte Tapeten-Fabrik Heeder auf der Virchowstraße, gegenüber der Rückfront des Hauptbahnhofs, unter Leitung des Kulturbüros der Stadt Krefeld als städtisches Kulturzentrum genutzt. Das Kulturbüro bietet ein vielfältiges kulturelles Programm an. Unter anderem bringt das KRESCH – Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Stadt Krefeld hier Eigenproduktionen und Gastspiele.

Das Krefelder Wohnzimmertheater PODIO ist ein festen Bestandteil der Krefelder Kulturszene und bietet ausgesuchte Produktionen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Kleinkunst, Comedy, Literatur und Musik. Mit rund 60 Plätzen stellt das Wohnzimmertheater Krefelds kleinste Bühne dar.

Das seit 1979 bestehende Marionettentheater Krieewelsche pappköpp bietet Kleinkunst in Krefelder Mundart (Krieewelsch).

Das Theater am Marienplatz (TAM) genießt im Bereich der modernen und experimentellen Musik einen ausgezeichneten Ruf. Es hat sich während seiner fast dreißigjährigen kontinuierlichen Arbeit auf wenig bekannte sowie zeitgenössische Werke spezialisiert.

Der KulturPunkt-Friedenskirche Krefeld, bietet das ganze Jahr ein internationales Kulturprogramm mit bekannten Künstlern. Im Gemeindehaus und in der Kirche sowie im Turm finden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kabarett und vieles mehr statt.

Der Werkhaus Krefeld e.V ist mit seinem Programm (Weiterbildung, Kultur) seit über 20 Jahren traditioneller Förderer von Kultur und Kommunikation in Krefeld und wurde kürzlich mit dem Preis für „Engagement und Courage“ für sein konstantes Engagement ausgezeichnet. Die ihm angeschlossene Werkbühne bietet ein kurzweiliges, breit gefächertes, modernes Programm in Sachen Kleinkunst, Kabarett, Theater und Musik.

Nachtleben

Außenansicht der KuFa im Oktober 2007
 
Außenansicht der KuFa im Oktober 2007

Krefeld besitzt ein reges Nachtleben. Hierzu gehören eine Vielzahl an Szenekneipen sowie Diskotheken. Hierbei sind drei Clubs besonders hervorzuheben.

In der Kulturfabrik, kurz KuFa genannt, finden das ganze Jahr über Live-Auftritte von Bands und Solokünstlern, Kabarettisten, Comediens aber auch Theatergruppen und Kleinkünstlern statt, die Gäste reichen von den Ärzten über Dieter Nuhr und Herbert Grönemeyer bis zu Helge Schneider und Harald Schmidt. National und International bekannt ist die Kulturfabrik durch regelmäßige Festivals, vor allem im Elektro, Noise und Gothic-Bereich (Maschinenfest, Pluswelt-Festivals). Des Weiteren finden regelmäßig Themenpartys (80er, 90er usw.) statt. Die Kulturfabrik besitzt zwei Säle, einen kleinen für 350 Besucher und einen größeren für etwa 1100. Untergebracht ist die sie in einem Teil des alten städtischen Schlachthofes.

Die wohl bekannteste Diskothek Krefelds ist die Königsburg. Sie wurde Ende 2005 nach etwa 4-jähriger Ruhepause wiedereröffnet. Vor der zwischenzeitlichen Schließung 2001 erfreute sie sich auch überregional großer Beliebtheit.

Ebenfalls weit über die Grenzen Krefelds bekannt ist der bereits seit 1958 bestehende Jazzkeller Krefeld auf der Lohstraße. Hier traten schon einige Jazz Größen sowie diverse Bands, die zumeist dem Blues, Jazz oder Rock zugeordnet werden können, auf. Regelmäßig findet die Veranstaltung JazzAttack, eine organisierte Jamsession mit bekannten Musikern der deutschen Jazz-Szene sowie vereinzelt internationalen Gästen, statt.

 

Kino

Ein modernes Multiplex-Kino der Kette Cinemaxx befindet sich mit seinen zehn Vorführsälen direkt neben dem Hauptbahnhof. Nach dem Bau des Cinemaxx wurden das Passage-Filmtheater mit den Kinos Royal, Studio 55, Chrystal und Passage und die Miniatur-Hollywood-Kinos geschlossen. Bereits in den 1970ern wurde das Atrium zum heutigen Blue Movie. Vor einigen Jahren musste dann der Seidenfaden mit dem Intimes dem Neubau der Dresdener Bank weichen. Als einziges weiteres Kino hält das Cinema/Casablanca (ehemals Primus und Lux) mit zwei Sälen, der Konkurrenz mit einem alternativen Programm stand.

 

Museen und Galerien

 

Kunstmuseen

 

 

Kaiser-Wilhelm-Museum

Der Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums geht auf den Schulrat Dr. Hermann Keussen zurück. Dieser griff nach dem Tod des Kaisers 1888 eine Anregung des Architekten Hugo Koch wieder auf, ein Kaiser Wilhelm Museum zur Pflege von Werken des Friedens, der Kunst, Bildung und Gesittung zu errichten. Ein Streit um den Standort des Museums wurde 1890 zugunsten des Karlplatzes am Westwall entschieden. 1894–97 wurde das Museum nach Plänen von Hugo Koch erbaut und am 5. September 1899 eingeweiht.

1910–12 wird das Museum erweitert. Lag der Schwerpunkt zunächst auf neuzeitlichem Kunstgewerbe und Kleinkunst, wurde dieser seit 1922 mehr auf die bildende Kunst verlagert. 1942 wurde das Museum kriegsbedingt geschlossen, überstand den Krieg aber ohne Schäden. Gegenwartskunst bekam nach dem Krieg einen immer größeren Stellenwert. 1960 schloss das Museum wegen Umbauarbeiten, die im Dezember 1968 abgeschlossen wurden. Am 30. April 1969 wurde das Museum schließlich wieder eröffnet.

Heutzutage liegt der Schwerpunkt der Sammlung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Große Bedeutung kommt dem in Krefeld geborenen Joseph Beuys zu, der mit einem von ihm selbst eingerichteten Ensemble von Werken ständig präsent ist.

 

Haus Lange/Haus Esters
Haus Esters (links), Haus Lange (rechts)  51° 20? 49? N, 6° 34? 57? O
 
Haus Esters (links), Haus Lange (rechts)
 

Museum Haus Lange an der Wilhelmshofallee wurde zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe, als Wohnhaus für die Familie von Hermann Lange (Direktor der Vereinigten Seidenwebereien, Krefeld), im Bauhaus-Stil erbaut. 1955 stellte die Familie das Haus der Stadt für Ausstellungen aktueller Kunst zur Verfügung. 1968 schenkte der Sohn des Bauherrn und Kunstsammlers das Haus der Stadt mit der Auflage, hier 99 Jahre lang Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu zeigen. 1976 konnte die Stadt Krefeld das benachbarte Haus Esters erwerben. Es wurde ebenfalls zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe erbaut. 1981 wurde Museum Haus Esters als weiteres Ausstellungsinstitut für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst eröffnet. Zwischen 1998 und 2000 sind beide Häuser umfassend saniert worden. Im Zuge der Euroga 2002+ konnten zwei Jahre später auch die Gärten dem ursprünglichen Zustand wieder angenähert werden. Die beiden Häuser sind selbst als Museum für Baugeschichte anzusehen.

 

Museumszentrum Burg Linn

Burg Linn mit angrenzendem Jagdschlösschen  51° 19? 60? N, 6° 38? 7? O
 
Burg Linn mit angrenzendem Jagdschlösschen

Unter dem Oberbegriff Museumszentrum Burg Linn werden die Burg Linn, Das Jagdschloss und das Niederrheinische Landschaftsmuseum zusammengefasst.

Auf der, bis zum 12. Jahrhundert zurückgehenden Burg Linn, eine polygonale Rundburg, einer von vielen Burgentypen Kurkölns, werden Ausstellungen zur Entstehung der Burg und das damalige Leben auf dieser gezeigt.

Das Jagdschloss aus dem Barock ist in der Vorburg der Burg Linn gelegen. Erbaut wurde es im 18. Jahrhundert für Kurfürst Clemens August. Zu sehen gibt es hier zeitgenössisches Inventar aus zwei Jahrhunderten und eine Sammlung mechanischer Musikinstrumente, welche sonntags vorgeführt werden. Besonders hervorzuheben ist ein mechanisches Glockenspiel mit Glocken aus Meißener Porzellan an der Vorderseite des Schlosses, das stündlich eine Melodie spielt.

Das Niederrheinische Landschaftsmuseum zeigt Fundstücke aus dem römischen und fränkischen Gräberfeld in Gellep und dem dortigen ehemaligen Castell Gelduba. Unter anderem ist das berühmte Fürstengrab des fränkischen Fürsten Arpvar mit seinem Spangenhelm aus Gold zu besichtigen. Außerdem gibt es weitere Ausstellungsstücke zur Geschichte der Umgebung sowie einen bereits 1972 bei Baggerarbeiten am Rheinhafen geborgenen Rheinkahn aus dem 13. Jahrhundert, welcher nach einem über 30 Jahre dauernden Bad in einer speziellen Holzschutzlösung nun in einer eigens errichteten Halle ausgestellt ist.

Bauwerke

Portal der Mennonitenkirche von 1694  51° 19? 58? N, 6° 33? 47? O
 
Portal der Mennonitenkirche von 1694
 
Die Burg Linn bei Nacht  51° 19? 58? N, 6° 38? 04? O
 
Die Burg Linn bei Nacht
 
Das Stadtwaldhaus  51° 21? 8? N, 6° 35? 12? O
 
Das Stadtwaldhaus
 
Im Brahm an der Ritterstraße  51° 19? 29? N, 6° 34? 22? O ;;
 
Im Brahm an der Ritterstraße
 
Teilstück des Behnisch-Hauses  51° 19? 55? N, 6° 33? 54? O
 
Teilstück des Behnisch-Hauses
 

Krefeld wurde, wie viele rheinische Städte, im Krieg erheblich zerstört. Am 21. Juni 1943 wurden bei einem britischen Luftangriff große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Bei dem teilweise raschen Aufbau der Nachkriegszeit wurde der historisch gewachsene Bestand nicht immer berücksichtigt. Trotzdem sind einige Straßenzüge mit ihren prächtigen Fassaden vom Anfang des letzten Jahrhunderts auch in der Innenstadt erhalten geblieben.

In der Abrisswut der 60er und 1970er Jahre wurde das Krefelder Stadtbild ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Als größte Verluste sind der Wasserturm an der Gladbacher Straße und das Hotel Krefelder Hof am Ostwall zu nennen.

Über die Grenzen Krefelds bekannt ist die Wasserburg Burg Linn im gleichnamigen Stadtteil. Die Anfänge der Burg liegen im 12. Jahrhundert. Heute ist sie als Museum zugänglich. Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht Haus Rath im Stadtteil Elfrath zurück. Die Burganlage gilt als ältestes in seinem Ursprung erhaltene profane Bauwerk Krefelds. Haus Rath befindet sich in Privatbesitz.

Im Stadtteil Hüls findet man die Burg Hüls, die in den letzten Jahren restauriert wurde und heute für Veranstaltungen und Trauungen benutzt wird.

Die Geismühle, heute an der gleichnamigen Autobahnraststätte der A57 gelegen, wurde wahrscheinlich als Wachtturm der Linner Burg im 14. Jahrhundert errichtet. Als Mühle tritt der Turm 1575 erstmalig in Erscheinung. Derzeit wird die Mühle Restauriert und wieder funktionstüchtig gemacht. Später sollen dort Vorführungen stattfinden.

Die Mennoniten-Kirche an der Königstraße wurde 1696 eröffnet. Historisch wertvoll ist das original erhaltene Portal auf der Rückseite. Es stellt das älteste Kulturdenkmal innerhalb der vier Wälle dar.

Die Katholische Hauptpfarrkirche St. Dionysius wurde von 1754 bis 1756 errichtet. Aufgrund der Verschiebung des Bauplatzes durch zwei Adelsfamilien ist sie nicht geostet. 1768 erhielt sie einen Turm. Von 1840 bis 1844 wurde sie wegen der steigenden Einwohnerzahl um ein dreischiffiges Querhaus erweitert und erhielt 1894 einen neuen Glockenturm. Im Krieg schwer beschädigt, wurde sie 1954 instand gesetzt. 1987 wurde sie renoviert. Im Turm hängt an gekröpften Stahljochen ein fünfstimmiges Geläute aus dem Jahre 1948. Die Glocken wurden beim Bochumer Gußstahlverein gegossen und haben die Schlagtöne h°, d`, e`, fis` und a`.

Das wohl bekannteste Gebäude Krefelds ist das ehemalige Stadtpalais der Familie Von der Leyen, das heutige Rathaus. Es wurde 1794 im Stil des rheinischen Klassizismus errichtet. Wegen der historischen Bedeutung dieses Palais kann dieses Gebäude als ein Wahrzeichen der Stadt angesehen werden.

Ein Teil der Musikschule ist im Haus Sollbrüggen untergebracht. Dieses alte Ausflugsschlösschen eines Seidenfabrikanten befindet sich mitten im Sollbrüggenpark. Des Weiteren ist das Ausflugsschlösschen Haus Greiffenhorst im Greiffenhorstpark zu nennen. Es wird heute als Ausstellungsraum genutzt.

Das Stadtbad auf der Neusser Straße galt um die Jahrhundertwende des vorletzten Jahrhunderts als die schönste und prächtigste Badeanstalt Deutschlands. Im Jahr 2000 wurde der Betrieb vorerst eingestellt und das Bad geschlossen. Die weitere Nutzung ist strittig.

Sehr zentral am „Kopf“ des Ostwalls liegt der Hauptbahnhof Krefeld. Er wurde 1907 als Ersatz für den zu klein gewordenen und unpraktischen Vorgänger erbaut. Das Stadtwaldhaus Krefeld mit dem größten Biergarten Nordrhein-Westfalens ist direkt im Stadtwald gelegen und wurde in der jetzigen Form 1911 fertig gestellt und konnte 1959 Abrisspläne, die einen Neubau vorsahen, überstehen.

Die Krefelder Galopprennbahn wurde 1912 nach den Plänen des Architekten August Biebricher mitten im Stadtwald gebaut. Die Galopprennbahn mit ihren Jugendstiltribünen erfreut sich bei Renntagen großer Beliebtheit.

Die Villa Merländer ist das Wohnhaus des im Vernichtungslager Treblinka wegen seines jüdischen Glaubens von den Nazis ermordeten Kaufmannes Richard Merländer. Es enthält Wandgemälde von Heinrich Campendonk und ist heute Gedenkstätte für NS-Opfer.

Die Bauhaus-Häuser: Haus Esters und Haus Lange auf der Wilhelmshofallee wurden zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe für zwei Textilindustrielle der VerSeidAG errichtet. Heute sind die beiden Häuser Ausstellungsräume (siehe: Museen und Galerien). Des Weiteren wurden auch die Fabrikgebäude der VerSeidAG zwischen 1931 und 1939 größtenteils von Ludwig Mies van der Rohe erbaut.

Die Häuser des Krefelder Architekten Karl Buschhüter – die so genannten Buschhüter-Häuser fallen durch ihre Bauart sofort auf. Besonders sind die Häuser im Kliedbruch, an der Lindenstraße, dem Westwall und der Ritterstraße zu nennen.

Das Seidenweberhaus auf dem Theaterplatz bietet den verschiedensten Veranstaltungen Platz und ist wegen der hohen Funktionalität des Gebäudes fast immer ausgebucht. Trotzdem möchten viele Krefelder den „1970er Jahre Betonklotz“ am liebsten abreißen.

Das Behnisch-Haus zwischen Lohstraße und Petersstraße beherbergt Praxen, Einzelhandelsflächen und Gastronomie. Um das Behnisch-Haus herum entstand der Krefelder Stadtmarkt. Rund 40 feste Stände bieten täglich ihre Waren an.

Der KönigPALAST ist eine Multifunktionshalle und Eishockey-Arena der Krefeld Pinguine mit 8.000 Plätzen. Er wurde 2004 fertiggestellt und ersetzte die benachbarte traditionsreiche Rheinlandhalle.

 

 

Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld), ist eine kreisfreie Stadt am linken Niederrhein, nordwestlich von Düsseldorf, südwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts wird sie auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld ist mit 240.627 Einwohnern (Stand: Dezember 2006) eine Großstadt mittlerer Größe. Innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf nimmt sie gegenwärtig der Einwohnerzahl nach den sechsten Platz ein.

Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.

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